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Schiffshebewerk Rothensee
 
Mittellandkanal km 320,50
 
   
     
 
     
ingebruikneming | Indienststellung | commissioning date | mise en service en
1938  
baklengte | Troglänge | trough length | longueur du bac
nuttig | nutzbar | usable | utile
85,00
82,00
 
bakbreedte | Trogbreite | trough width | largeur du bac
nuttig | nutzbar | usable | utile
12,00
9,50
 
bakdiepte | Trogtiefe | trough depth | profondeur du bac
nuttig | nutzbar | usable | utile
2,50m
2,00m
 
bovendeur | Obertor | flood gate | porte d'amenée
Hubtor  
ebdeur | Untertor | ebb gate | porte d'aval
Hubtor   
verval | Hubhöhe | lift | levée
11-18m   
 
   
beheer | Verwaltung | authority | autorité
 WSA Magdeburg
 
 

Der Mittellandkanal, der den Dortmund-Ems-Kanal über die Weser mit der Elbe und den brandenburgischen Gewässern verbindet, verläuft zwar nicht auf einer Ebene, bewältigt die über 350 km bestehendenden Höhenunterschiede aber mit nur zwei Schleusen bei Anderten und Süllfeld. Um ins Tal der Weser bei Minden und der Elbe bei Magdeburg abzusteigen, sind wiederum verhältnismäßig große Höhe zu überwinden. Bei der Planung der Abstiegsbauwerke bevorzugte man den Bau von Hebewerken. Ihr Vorteil: sie sind technisch aufwendiger, benötigen pro Schleusung aber nur ein Minimum an Wasser. Ihr Nachteil: die Größe der Schiffe oder Schleppzüge wird durch die Abmessungen des Trogs erheblich eingeschränkt. Sie eignen sich nicht für die Schiffstypen, die gegenwärtig unterwegs sind. Das Hebewerk wird seit der Eröffnung der Schleuse weiterhin für kleinere Schiffe und Sportfahrzeuge genutzt. Offenbar bestehen aber Einwände des Bundesrechnungshofs, sich den Betrieb weiterhin zu leisten.

Das in dieser Form einzigartige Hebewerk wurde in den Jahren 1934-38 nach vorausgehenden Vorarbeiten errichtet. Als Grundlage diente ein Patent des Ingenieurs Rudolf Mussaeus aus dem Jahr 1926: Zwei Gerüste, die den Trog tragen, ruhen ihrerseits auf 10 m breiten und 36 m hohen Schwimmern. Diesebewegen sich beim Heben und Senken des Trogs in zwei 70m tiefen, mit Wasser gefüllten Schächten auf und ab und kompensieren Gewicht des Trogs, das mit oder ohne Schiff aufgrund des archimedischen Gesetzes der Wasserverdrängung stets gleich bleibt. Zum Heben und Senken des Trogs reicht es aus, die Bewegungswiderstände der Anlage zu überwinden. Insgesamt vier Muttern winden sich hierzu an senkrechten Spindeln auf und nieder und sorgen so für die vertikale Bewegung des Trogs. Die - untereinander durch Achsen synchronisierten Elektromotoren - besitzen eine Leistung von insgesamt lediglich 10 kW.
Der Trog, bestehend aus 10mm starkem Stahlblech, wiegt gefüllt ca. 5.400 t. An jedem Ende befinden sich zwei Tore, je ein Haltungstor und ein Trogtor, die über Seile mit Gegengewichten gehoben werden. Stoßbalken schützen die Tore gegen Anfahren.
Ein gesonderte Lösung erforderte der um rd. 7,5m schwankende Wasserspiegel der Elbe. Anstatt elbseitig ein für alle Wasserstände passendes 10m hohes Haltungstor einzusetzen, das einen entsprechend hohen Torbogen benötigt hätte, wählte man die Konstruktion eines mehrteiligen Schildschützes. Dieses gleicht bei hohen Wasserständen die fehlende Torhöhe aus und wird bei sinkenden Wasserständen stufenweise abgesenkt, bzw. bei sehr niedrigen Wasserständen zur Seite hinausgefahren.

 
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